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Keine Schnäppchenjagd auf Pelze

Jedes Jahr werden Millionen Tiere für diese überflüssige Modeerscheinung unter grausamen Bedingungen gehalten, gejagt und getötet. Viele Jugendliche lehnen Pelzmäntel grundsätzlich ab, deshalb setzt die Modeindustrie auf dezentere Verzierungen aus Pelz. Der Deutsche Tierschutzbund fordert alle tierlieben Kunden auf, keinen Pelz zu kaufen und beim Shopping im Winterschlussverkauf pelzbesetzte Kleidung wie Schals, Schuhe, Mantelkragen oder sonstige Accessoires aus Protest im Laden hängen zu lassen. Niemand sollte diese kaufen, auch nicht als Schnäppchen im Winterschlussverkauf.
 
Häufig wissen die Käufer dieser Kleidungsstücke nicht, dass es sich um Echtfell handelt. Sie glauben aufgrund der oft niedrigen Preise, es sei künstlich hergestellt. Zusätzliche Verwirrung schaffen die Modehersteller, indem sie Fantasienamen vergeben wie „Chinchillette" für Kaninchen oder „Telentka" für Eichhörnchen.
 
Um dem Verbraucher die Chance zu geben, Echtfelle erkennen zu können, fordert der Deutsche Tierschutzbund für diese eine deutliche und verbindliche Kennzeichnungspflicht. Wer dies unterstützen möchte, kann sich an der Unterschriftensammlung „Nein zu Pelzen" beteiligen. Tiere, wie Füchse oder Nerze, die für die Pelzgewinnung gehalten werden, verbringen ihr Leben in winzigen Drahtkäfigen und sterben für ein vermeintliches Luxusprodukt. Tiere, die in freier Wildbahn weite Strecken zurücklegen, werden dort auf engstem Raum nebeneinander untergebracht. Es gibt noch etwa 23 Pelztierfarmen in Deutschland. Überfällig ist ein Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland, denn das Tierschutzgesetz verbietet das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund. Zudem wurde der Schutz von Tieren 2002 in das Grundgesetz aufgenommen.
 
Aber es gibt auch Erfolge zu vermelden: 2010 trat - trotz einiger Verzögerungen - das lang geforderte Handelsverbot mit Robbenfellen in der EU in Kraft. Ein zweiter Erfolg für den Tierschutz - nachdem schon der Handel mit Hunde- und Katzenfellen EU-weit seit 2008 untersagt ist.

Katzenschutz

 
 
 


Frei lebende Katzen vermehren sich unkontrolliert - ihr Elend wird dadurch immer größer.

 
Bereits im Herbst 2009 hat die Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes beschlossen, die konsequente Verbesserung des Katzenschutzes zu einem Schwerpunkt unserer Arbeit im Jahr 2010 zu machen. Das gilt im Besonderen auch für frei lebende Katzen. Zudem sehen sich die Tierheime jedes Jahr mit einer "Katzenschwemme" konfrontiert, weil die Besitzer ihre Tiere nicht kastrieren lassen und die ungewollten Katzenjungen im Tierheim abgegeben werden. Durchschnittlich beherbergt jedes Tierheim 220 Katzen pro Jahr. Auch Fundtiere sind zumeist Katzen.
 
Der Deutsche Tierschutzbund hat deshalb Bundesministerin Ilse Aigner den Entwurf einer Katzenschutzverordnung übermittelt. Er enthält sowohl Vorgaben für die Haltung von Katzen als auch Vorschläge, wie die unkontrollierte Vermehrung von frei lebenden Katzen und damit eine weitere Verschlimmerung des Katzenelendes verhindert werden kann.
 
Die zum Teil große Anzahl frei lebender Katzen stellt die Kommunen und Gemeinden vor große Probleme. Sie stammen letztlich alle von Katzen ab, die sich in der Obhut von Menschen befanden und deren Fortpflanzung nicht kontrolliert wurde. Unkastrierte Katzen können sich zwei bis dreimal im Jahr fortpflanzen - bei drei bis fünf Jungen pro Wurf steigt ihre Zahl schnell sprunghaft an, wie auch unsere Grafik rechts zeigt. Das Schicksal dieser Tiere ist ungewiss, nicht selten können sie mangels Futter und Pflege nicht überleben.

 

Kein Ei aus Quälerei

 
 
 

 
Mit unserer Lobbyarbeit und der Kampagne "Kein Ei aus Quälerei" setzen wir uns seit Jahren für ein Verbot der grausamen Käfigbatterien für Legehennen ein.
 
Als ersten Erfolg konnten wir erreichen, dass Eier im Handel entsprechend ihrer Herkunft gekennzeichnet werden. Seit Januar 2004 müssen alle Eier mit einem Zahlencode versehen sein, der unter anderem Auskunft über das Haltungssystem der Legehennen gibt. Seit Juli 2005 gilt dies auch für die auf  Wochenmärkten lose angebotenen Eier.
 
 
 
 

Eierkennzeichnung

Die Eier werden mit einem Code gekennzeichnet,  zum Beispiel:
1 DE-23457
Die erste Ziffer steht dabei für das Haltungssystem:
 
0 = Eier aus ökologischer Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Eier aus Käfighaltung
 
Anschließend folgt der Ländercode, der besagt, woher das Ei stammt - zum Beispiel DE für Deutschland. Auf den Ländercode folgt die Identifizierungsnummer, die den Betrieb codiert.

 
   
2001 hatten Bundesrat und Bundestag zudem beschlossen, die Käfighaltung von Legehennen ab 2007 zu verbieten. Die entsprechende Verordnung trat 2002 in Kraft. Doch die Eierindustrie ignorierte die Entscheidung. Einige Bundesländer versuchten kontinuierlich, das Verbot wieder rückgängig zu machen und hatten Erfolg. Am 7. April 2006 entschied der Bundesrat, das Verbot der Käfighaltung von Legehennen, das ab dem 1. Januar 2007 gelten sollte, außer Kraft zu setzen. Herkömmliche Käfige sind seit 2009 an verboten, erlaubt ist jedoch ein neuer Käfigtyp, der auch beschönigend als "Kleingruppenhaltung" bezeichnet wird. Diesen Kleingruppen-Käfig hat das Bundesverfassungsgericht jedoch als verfassungswidrig beurteilt. Bis März 2012 soll eine Neuregelung gefunden werden.
Millionen Bürger haben unsere Kampagne gegen die grausamen Legebatterien unterstützt. Gilt deren Votum überhaupt nichts gegen die Interessen der Eier-Industrie?

 
 
 
 

Verbraucher haben die Macht


 
"Kein Ei aus Quälerei" ist das Motto unserer Aufklärungskampagne, die ihren Höhepunkt jeweils um die Osterzeit hat. Wir machen auf die Tierquälerei in der Käfighaltung aufmerksam und informieren über tiergerechtere Haltungssysteme und über die Eierkennzeichnung. In der Presse und an Informationsständen rufen wir zum Verzicht auf Käfigeier auf. Diese und viele ähnliche Aufklärungsaktionen tragen dazu bei, dass die Nachfrage nach Eiern aus tiergerechten Haltungssystemen stetig zunimmt.

 

 

 

Kaninchenfleisch - Keine Alternative zu Rind und Schwein

Informationen zur Mastkaninchenhaltung


 

Nach den Meldungen über Schweinepest, BSE und Maul- und Klauenseuche weichen die Verbraucher immer öfter auch auf Kaninchenfleisch aus. Lag der Pro-Kopf-Verbrauch 1995 bei 0,3 Kilogramm im Jahr, so verzehrten die Deutschen 2001 bereits zwischen 0,5 und 0,6 Kilogramm Kaninchenfleisch. Das ist eine Steigerung von 100 Prozent. Somit werden mehr als 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch jährlich in Deutschland gegessen. Für den deutschen Markt werden damit jährlich circa 30 Millionen Tiere geschlachtet.

 

 

 

Mastkaninchen: Eingesperrt im Drahtverlies


 

Vereinzelt halten Landwirte kleinere Kaninchenbestände nebenher. Immer häufiger werden jedoch auch mehretagige Batteriekäfige eingesetzt. Vier bis sechs Mastkaninchen vegetieren in einem Drahtverlies dahin.

 

 

 

Verletzte Pfoten und Ballengeschwüre


 

In der beengten Haltung auf Drahtböden sind die bewegungsfreudigen Tiere nahezu zur Bewegungsunfähigkeit verdammt. Hoppeln, Sprünge, „Männchenmachen“ sind nicht möglich. Die Folge sind schmerzhafte Wirbelsäulenverkrümmungen, Gelenkprobleme sowie Pfotenverletzungen und Ballengeschwüre.

 

 

 

Wurfmaschinen


 

Die sprichwörtliche Vermehrungsrate der Kaninchen ausnutzend, werden die weiblichen Tiere (Zibben) unmittelbar nach der Geburt erneut gedeckt, so dass sie alle vier bis sechs Wochen Junge „produzieren“. Der hohe Reproduktionsrhythmus belastet die Tiere enorm. Die Folge ist eine hohe Todesrate. Die Tiere leben einzeln in Käfigen mit Wurfkisten. Da sich die Zibbe nie von ihren Jungen zurückziehen kann, wird die normale Mutter-Kind-Beziehung gestört. Im Extremfall fressen die Mütter ihre eigenen Jungen auf. Während der Tragezeit leiden die einzeln gehaltenen Zibben unter Einsamkeit und Langeweile.

 

 

 

Krank durch falsche Fütterung

Um das Mastgewicht schneller zu erreichen, erhalten die Kaninchen vorwiegend nährstoffreiches Trockenfutter, das in Pellets gepresst ist. Dies führt zu massiven Verdauungsstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen, den häufigsten Todesursachen bei Kaninchen.

 

 

 

Verhaltensstörungen


 

Die Kaninchen leiden an Platzmangel und fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten in der strukturlosen Umgebung. Dadurch entstehen massive Verhaltensstörungen: Aggressive Auseinandersetzungen, Gitternagen, Schwanzbeißen, endloses Kreisen um die eigene Körperachse, plötzliche Aktivitätsschübe und Unruhe sind die sichtbaren Folgen der tierquälerischen Haltung.

 

 

 

Wir klagen an:

     

  • In der industriellen Kaninchenhaltung werden wirtschaftliche Erwägungen höher gestellt als die Gesundheit und der Schutz der Tiere.
     
  • Zucht und Haltung werden nicht an den Bedürfnissen und Verhaltensweisen der Kaninchen ausgerichtet.
     
  • Es fehlen gesetzliche Regelungen, die die tierschutzwidrige Zucht und Haltung der Kaninchen beenden und Anforderungen an einen tiergerechten Umgang mit Kaninchen festlegen.
     
  • Nicht einmal im Ökologischen Landbau gibt es Richtlinien für eine artgerechte Kaninchenhaltung.


 

 

 

 

Artgerechte Kaninchenhaltung - aber wie?


 

Kaninchen sind sozial lebende Tiere, die in selbstgebauten Höhlen in Familiengruppen von zwei bis fünf Zibben und einem Bock leben. Gemeinsames Ruhen, soziale Körperpflege, Springen, Laufen und häufige Nahrungsaufnahme bestimmen den Tagesrhythmus. Kaninchen nehmen unter natürlichen Bedingungen mit 60 bis 90 Mahlzeiten pro Tag vorwiegend ballaststoffreiche Nahrung wie z.B. Heu, Gras, Stroh zu sich. Kaninchen können auch unter gewerblichen Bedingungen artgerecht gehalten werden.

 

 

 

Das bedeutet:

     

  • Gruppenhaltung im Stall mit Weideauslauf für mehrere Zibben und einen Bock
     
  • reduzierte Besatzdichte, die zusammenhängende Hoppelsprünge ermöglicht
     
  • eingestreute und strukturierte Umgebung mit Fress-, Ruhe- und Aufenthaltsbereich, Unterschlupf und Rückzugsmöglichkeiten; für Zibben und die Jungen zusätzlich ein Nestbereich mit Nestboxen und Nestmaterial und einem speziellen Jungenbereich
     
  • Artgemäße Fütterung mit Heu, Gras, Stroh, Körnern, Obst und Gemüse 
     
  • Objekte zum Benagen wie Äste, weiche Holzstücke etc


 
Derzeit werden solche Haltungssysteme für Kaninchen bereits z.T. in der Schweiz eingesetzt. In Deutschland gibt es vergleichbare Haltungssysteme in größerem Stil bisher nicht. Das muss sich ändern.

 

 

 

Sie können helfen

Unterstützen Sie uns in unserem Kampf für die Kaninchen. Schreiben Sie an die Politiker in Deutschland und in der EU und fordern Sie diese auf, die Käfighaltung zu verbieten und strenge Anforderungen für eine artgerechte Kaninchenhaltung nach dem Schweizer Vorbild festzulegen.
 
Bundesministerin für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz,
Frau Ilse Aigner
Rochusstraße 1
53123 Bonn
Fax: 01888/5294262
 
Europäische Kommission
EU-Kommissar Markos Kyprianou
Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz
Rue de la Loi 200
B - 1049 Brüssel
Fax: 0032/2/2996298
 
Sie können auch mit der Unterschriftenliste unten auf dieser Seite Stimmen für eine artgerechte Haltung der Mastkaninchen sammeln und an den Deutschen Tierschutzbund e.V., Baumschulallee 15, 53115 Bonn schicken.

Die konsequenteste Haltung um Tierleid zu verhindern, ist eine vegetarische Lebensweise. Aber auch wenn Sie nicht ganz auf Fleisch verzichten wollen, können Sie mit dazu beitragen, dass die Haltung der Kaninchen und der Umgang mit den Tieren verbessert werden.
 

     

  • Fragen Sie im Handel gezielt nach Produkten von artgerecht gehaltenen Kaninchen.
     
  • Fragen Sie auch z.B. bei ökologisch wirtschaftenden Betrieben in Ihrer Nähe, ob dort Kaninchen artgerecht gehalten werden und überzeugen Sie sich von deren Haltung.
     
  • Kaufen Sie nur Fleisch von Kaninchen, die artgerecht und mit Auslauf gehalten werden.
 

Reime zur Geflügelhaltung

von Dr. Ernst Woll

Das Streben aller Wesen
ist es immer schon gewesen,
zu vermehren die eig`ne Art,
wofür sich vieles gerne paart.
 
Von Hahn und Henne diesen Zwei
vereinen sich Keime in einem Ei,
in dem heranwächst die neue Kreatur,
offenbart als Wunder der Natur.
 
Wird aber erstrebenswertes Leben,
auch allen Küken gegeben,
die eifrig an der Schale picken,
bis sie das erste Licht erblicken?
 
Hier sind wohl Zweifel angebracht,
weil der Mensch so manches macht,
was diesen Tieren Schmerzen bringt,
weil man zu Unnatürlichem sie zwingt.
 
Geld und Geld und viel Gewinn
das ist der Geflügelhaltungs – Sinn;
was unsere Mitgeschöpfe dabei ertragen,
das muss man sehr kritisch hinterfragen.